2021-09-02-罗兰贝格-Die_deutsche_Konjunktur_im_zweiten_Halbjahr_2021_20页_1mb
报告摘要
Zusammenfassung: Der deutsche Wirtschaftsaufschwung im zweiten Halbjahr 2021
Core Content
Im zweiten Halbjahr 2021 zeigt sich der deutsche Wirtschaftsaufschwung als fragil, mit starken Erholungstendenzen und gleichzeitig erheblichen Herausforderungen. Die Pandemie bleibt ein zentraler Faktor, der die wirtschaftliche Entwicklung beeinflusst, wobei die vierte Welle und die stockende Impfkampagne Unsicherheit schaffen. Dennoch gelingt es der deutschen Wirtschaft, eine Rezession abzuwenden, und es wird ein moderater Wachstumsschub erwartet.
Hauptpunkte
1. Verunsicherung durch vierte Covid-Welle
- Die Pandemie bleibt ein zentrales Thema und führt zu verzögerten Öffnungsschritten.
- Die Delta-Variante führt zu einem Anstieg der Inzidenzen, was die Wirtschaftsplanung erschwert.
- Impfquote und saisonale Einflüsse tragen zur Entspannung bei, aber die Unsicherheit bleibt hoch.
2. W-förmige Erholung der Wirtschaft
- Die Wirtschaft erholte sich im Frühjahr 2021 und erreichte im dritten Quartal 2021 das Vorkrisenniveau.
- Private und öffentliche Konsumausgaben trugen maßgeblich zur Erholung bei.
- Die weitere Verbreitung der Delta-Variante und Lieferengpässe bremsen eine schnellere Erholung.
3. Starker Arbeitsmarkt trotz Kurzarbeit
- Die Arbeitslosenquote sinkt auf unter 6%.
- Die Kurzarbeit bleibt hoch, mit über zwei Millionen Menschen betroffen.
- Fachkräftemangel wird als dringendes Problem hervorgehoben, besonders bei Hochqualifizierten.
4. Stabile Unternehmensinsolvenzen, stark steigende Verbraucherinsolvenzen
- Gesamtzahl der Insolvenzen ist auf dem höchsten Stand seit 2014.
- Verbraucherinsolvenzen steigen stark an, aufgrund der verzögerten Auswirkungen der Pandemie und der Verkürzung der Restschuldbefreiung.
- Unternehmensinsolvenzen sind rückläufig, was auf Corona-Hilfen und ausgesetzte Insolvenzantragspflicht zurückzuführen ist.
5. Auftragseingänge über Vorkrisenniveau
- Die Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe liegen im Juni 2021 über dem Vorkrisenniveau.
- Großaufträge tragen maßgeblich zur Erholung bei.
- Die Inlandsnachfrage hat die Auslandsnachfrage inzwischen übertroffen.
6. Kapazitätsauslastung über Vorkrisenniveau
- Die Kapazitätsauslastung im verarbeitenden Gewerbe ist stark gestiegen.
- Die Automobilindustrie bleibt jedoch unter dem Vorkrisenniveau, aufgrund von Halbleiterknappheit und Lieferengpässen.
7. Geschäftserwartungen auf hohem Niveau
- Die Geschäftserwartungen der Unternehmen sind stark und liegen auf einem ähnlich hohen Stand wie 2018.
- Dennoch bleibt die Unsicherheit hoch, insbesondere aufgrund der Corona-Lage, Preissteigerungen und Lieferkettenprobleme.
8. Lieferengpässe und Preisanstieg
- Knappheit an Vorleistungsgütern bremsen den Aufschwung.
- Die Erzeugerpreise stiegen stark, 8,5% im Juni 2021 gegenüber dem Vorjahresmonat.
- Rohstoffpreise und Energiekosten (16,9% Steigerung) sind die Haupttreiber des Preisanstiegs.
9. Verbraucherpreise steigen stark
- Die Inflationsrate stieg im Juli 2021 3,8% gegenüber dem Vorjahresmonat – der höchste Wert seit 30 Jahren.
- Sondereffekte wie Mehrwertsteuer-Senkung und CO₂-Abgabe tragen dazu bei, aber die Inflation bleibt weiterhin hoch.
- Protektionismus, klimapolitische Maßnahmen und globale Nachfrage werden als langfristige Faktoren genannt.
10. Unsichere wirtschaftliche Rahmenbedingungen
- Die Wirtschaftsplanung ist unsicher, mit vielen Risikofaktoren.
- Hohe Liquidität im Markt und keine Kreditklemme zu erwarten.
- Gesellschaftliche Polarisierung und geopolitische Unsicherheiten wie Brexit und Trump-Abwahl beeinflussen die Konjunktur.
Zusammenfassung der Erwartungen
| Jahr | Wachstumsprognose | Quelle |
|---|---|---|
| 2021 | 2,7% | DZ BANK |
| 2021 | 3,3% | ifo Institut |
| 2021 | 4,0% | Deutsche Bank |
| 2022 | 3,5% | Consensus |
| 2022 | 4,3% | UniCredit |
| 2022 | 4,4% | ifo Institut |
Kritische Faktoren
- Delta-Variante und stockende Impfkampagne
- Lieferengpässe bei Vorprodukten, insbesondere in der Automobilindustrie
- Preisanstieg bei Erzeugerpreisen und Verbraucherpreisen
- Fachkräftemangel
- Unsichere politische Rahmenbedingungen, wie die Bundestagswahl und geopolitische Unsicherheiten
Fazit
Der deutsche Wirtschaftsaufschwung im zweiten Halbjahr 2021 ist stark, aber fragil. Obwohl die Erholung positiv verläuft, sind Pandemiebedingungen, Lieferprobleme und Preissteigerungen weiterhin Herausforderungen, die eine anhaltende Erholung erschweren. Die Arbeitsmarktdaten und Auftragseingänge zeigen eine positive Entwicklung, während Verbraucherpreise und Erzeugerpreise auf einen anhaltenden Inflationstrend hindeuten. Die Geschäftserwartungen bleiben auf einem hohen Niveau, sind aber nicht unbedingt nachhaltig. Die Wirtschaft hängt stark von der Entwicklung der Pandemie und der politischen Entscheidungen ab.
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